Wolfsgruß verbieten – Sanktionen gegen Rechtsextremismus im Stadion

Am Abend des 02. Juli 2024 fand das EM Achtelfinalspiel zwischen der Türkei und Österreich statt. Der türkische Nationalspieler Merih Demiral, welcher für den Sieg der Türkei mit seinen Toren sorgte, zeigte während seines Jubels den Wolfsgruß. Dieser Gruß ist ein faschistisches Symbol, welches die Minderheiten des türkischen Staatsgebiets vor allem im zwanzigsten Jahrhundert fürchten mussten. Denn dieser steht nicht nur für eine faschistische Ideologie, sondern wird in den Kreisen der Minderheiten auch mit viel Leid verbunden.
Auf den Tag genau am 02. Juli 1993 vor 31 Jahren, wurde in der türkischen Provinz Sivas das Madimak Hotel in Brand gesetzt, wo ein alevitisches Kulturfestival stattfand. Die Brandstiftenden und die wütende Meute um das Hotel herum zeigten dabei den Wolfsgruß und jubelten, während die Opfer des Brandanschlags um ihr Leben bangen mussten. 33 junge Alevitinnen sowie zwei Hotelangestellte kamen bei diesem Anschlag ums Leben. Bis heute wurden die Täterinnen nicht verurteilt.
Rund um die Fußballeuropameisterschaft, die zur Zeit in Deutschland stattfindet, kann man vor, während und nach den Spielen der Türkei den Wolfsgruß wiederfinden. Während man sich eine Atmosphäre wünscht, in der man mit seinen Freund*innen gemeinsam feiern und sich über die Erfolge freuen möchte, kehren bei vielen Menschen bei diesen Bildern mit dem Wolfsgruß erschreckende Erinnerungen wieder. Faschistische Symbole wie der Wolfsgruß und die Bozkurt Flaggen werden im öffentlichen Raum gezeigt, z.B. beim Public Viewing und auf den Straßen. Es vermehren sich die hasserfüllten Nachrichten und faschistischen Kommentare auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok. Diese Präsenz wird gezielt zur Einschüchterung sowie Machdemonstration eingesetzt und die rechtsextremistische Symbolik verharmlost.

In einem Interview erklärt Demiral, dass er den Wolfsgruß den Fans im Stadion nachgeahmt habe. Faschistisches Gedankengut, welches weltweit zahlreiche Leben gekostet hat, sollte nicht zum Nachahmen anregen. Mit solchen Aussagen verharmlosen nicht nur Demiral, sondern große Gruppen von Menschen den Wolfsgruß. Deswegen positionieren wir uns klar für ein Verbot der faschistischen Symbole und sprechen uns für eine angemessene Strafe für Demiral durch die UEFA aus, der mit seinem öffentlichen Wolfsgruß für eine Retraumatisierung vieler marginalisierter Gruppen gesorgt hat.

Nun ist Zeit zu handeln! Deutschland sollte, wie seine Nachbarländer Österreich und Frankreich, ein klares Verbot des Wolfsgrußes aussprechen, und die Verwendung bestrafen. Wir fordern ebenfalls, dass sich die UEFA klar gegen rechtsextreme Symbole positioniert und diese verbietet!

Mehr zu dem Thema Türkischer Ultranationalismus könnt ihr in unserem Beschluss von der Bundeskonferenz 2024 nachlesen: „Kein Platz für türkische Faşisten in Deutschland! Türkische ultranationalistische Strukturen als Bedrohung für Alevit*innen in Deutschland„.