Buko 2026 - Köln Chorweiler
Unsere Bundeskonferenz 2026 fand am 21. und 22. Februar 2026 im Bürgerzentrum Köln-Chorweiler statt.
Beschlüsse
Der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. (BDAJ) ist ein Jugendverband, der für Vielfalt, Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt steht. Unsere Arbeit orientiert sich an den Werten des Alevitentums: Menschlichkeit, Gleichwertigkeit, Gerechtigkeit und gegenseitiger Respekt. Diese Werte sind die Grundlage unseres politischen und pädagogischen Handelns. Für uns ist klar: Alle Menschen sind gleich viel wert, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Behinderung, Herkunft oder sozialem Hintergrund. Als Jugendverband begleiten wir junge Menschen in einer wichtigen Lebensphase, in der Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig erleben viele Jugendliche noch immer Ausgrenzung, starre Rollenbilder und unterschiedliche Formen von Diskriminierung. Besonders betroffen sind junge queere Menschen, junge Frauen sowie Menschen mit Behinderungen oder psychischen Belastungen. Diese Erfahrungen wirken sich auf das Selbstwertgefühl, die Teilhabe und die Zukunftsaussichten junger Menschen aus. Der BDAJ sieht es als seine Verantwortung, diesen Entwicklungen aktiv entgegenzutreten.
Der BDAJ bekennt sich zu einer proaktiven, wertorientierten Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) als unterstützendes Werkzeug in der verbandlichen Arbeit. KI soll Ehrenamtliche, Mitarbeitende der Geschäftsstelle sowie Gremien in ihren Aufgaben entlasten, kreative Prozesse anregen und Arbeitsabläufe effizienter gestalten, ohne menschliche Verantwortung zu ersetzen.
Ziel ist es, die Potenziale von KI für Öffentlichkeitsarbeit, Projektentwicklung, Kommunikation, Recherche und Organisation zu nutzen, stets im Einklang mit unseren alevitischen Werten von Respekt, Gleichwertigkeit, Transparenz und Solidarität.
Der BDAJ bekräftigt seine uneingeschränkte Solidarität mit den Kurd*innen in Rojava und Rojhilat sowie mit allen unterdrückten Menschen in Syrien und im Iran.
Der BDAJ steht auf Grundlage alevitischer Werte für Humanismus, Gleichberechtigung, Säkularität, Frieden, Solidarität und Menschenwürde. Als pazifistischer, demokratischer, antifaschistischer und antirassistischer Jugendverband lehnen wir religiösen Fanatismus, autoritäre Herrschaft, Nationalismus, Militarisierung und Gewalt jeglicher Art entschieden ab.
Nach über 50 Jahren wurde 2011 die Wehrpflicht ausgesetzt. 14 Jahre später leitete die Bundesregierung mit dem am 27. August 2025 beschlossenen Wehrdienstmodernisierungsgesetz faktisch eine Reaktivierung der Wehrpflicht ein.
So sollen zum Jahresbeginn 2026 alle Jugendlichen, die nach dem 31. Dezember 2007 geboren sind, einen Online-Fragebogen der Bundeswehr ausfüllen. Dieser umfasst umfangreiche persönliche Angaben. Für volljährige Personen mit männlichem Geschlechtseintrag sind die Beantwortung und eine Bereitschaftserklärung verpflichtend. Dies wird ergänzt durch eine ab dem Juli 2027 geltende, verpflichtende Musterung für alle männlichen 18-Jährigen.
Diese Maßnahmen schaffen erheblichen Druck auf junge Menschen und stellen einen klaren Schritt weg von Freiwilligkeit und Selbstbestimmung in den Pflichtdienst/Zwang dar. Ein Pflichtdienst greift nicht nur tief in die individuelle Freiheit junger Menschen ein, vielmehr beschneiden sie das Recht junger Menschen selbst über ihren Lebensweg und ihr gesellschaftliches Engagement zu entscheiden.
Der alevitische Glaube steht für Humanismus, Gleichberechtigung, Solidarität, Demokratie und die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Diese Werte sind tief in der alevitischen Glaubenslehre verankert und prägen das Selbstverständnis der alevitischen Gemeinschaft ebenso wie die Identität der alevitischen Jugend in Deutschland.
Gleichzeitig sind alevitische Werte, Glaubensinhalte und kulturelle Ausdrucksformen historisch wie gegenwärtig Diskriminierung, Unsichtbarmachung und Anfeindungen ausgesetzt, sowohl in den Herkunftsländern als auch in der Diaspora. Neben offener Verfolgung äußert sich diese Missachtung zunehmend in der Entkontextualisierung, Folklorisierung und Instrumentalisierung alevitischer Glaubenselemente.
Die Lebenswelt junger Menschen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Soziale Ungleichheiten, steigende Lebenshaltungskosten, Schwierigkeiten beim Zugang zu Wohnraum, Ausbildung oder Jobs sowie fehlende soziale Netzwerke betreffen viele Jugendliche. Junge Menschen mit Migrationsgeschichte erleben diese Herausforderungen jedoch besonders stark. Laut aktuellen Studien des Deutschen Jugendinstituts (u. a. Übergang Schule-Beruf, 2023) und der Bertelsmann Stiftung zur sozialen Teilhabe junger Menschen, fühlen sich Jugendliche mit familiärer Migrationsbiografie häufiger sozial isoliert, sind öfter auf sich allein gestellt und verfügen über weniger strukturelle Zugänge zu Bildungs- und Berufschancen.
Der BDAJ Deutschland ist ein politischer Jugendverband mit klarer gesellschaftlicher Haltung. Politische Bildung, Interessenvertretung und die aktive Beteiligung an demokratischen Prozessen gehören seit vielen Jahren zum Selbstverständnis des Verbandes.
Der BDAJ engagiert sich unter anderem in den Bereichen Antirassismus, Demokratieförderung, religiöse Gleichberechtigung, Jugendpartizipation, Erinnerungsarbeit sowie in migrationspolitischen und integrationspolitischen Fragestellungen.
Die Arbeitsgruppe junge Alevitische Frauen in Nrw (kurz JAF) sieht sich angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen weltweit in der Pflicht, eine klare und unmissverständliche Haltung einzunehmen. Die fortdauernden Angriffe auf Frauenrechte, die systematische Gewalt gegen Frauen, queere Menschen und Minderheiten sowie die Repression gegen emanzipatorische Bewegungen machen deutlich: Neutralität ist keine Option.
Mehr über den Beschluss könnt ihr hier nachlesen
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