Kraft aus der Vielfalt schöpfen!

pm2016Zehntausende Menschen aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen aus ganz Europa versammelten sich am 12. November in Köln, um unter dem Titel "Ja zu Demokratie, Freiheit und Frieden - Nein zur Diktatur!" eine große Protestkundgebung zu veranstalten, zu der die Alevitische Union Europa (AABK) aufgerufen hatte.

Die Kundgebung war gegen die gegenwärtig immer stärker werdenden Repressionen der AKP-Regierung gerichtet, die seit dem Putschversuch härter denn je versucht, die Grundpfeiler der Demokratie wie die Pressefreiheit und die Gewaltenteilung auszuhebeln. Der bittere Höhepunkt war vergangene Woche erreicht, als man 13 Redakteure der letzten regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ und elf HDP-Abgeordnete verhaftete – darunter auch die beiden Vorsitzenden. Genügend Gründe also, um mit allen Unterdrückten, mit allen Oppositionellen, die für demokratische Rechte und für eine pluralistische Gesellschaft kämpfen, Schulter an Schulter zu demonstrieren.

Denn: wer schweigt, ist mitschuldig!

Ein starkes Zeichen wurde gesetzt – die Solidarität und Vielfalt hat am Samstag gewonnen, von dem auch die viele Medien berichtet haben. Vor allem wurde die Stimme für die Gesellschaft erhoben, die im Moment mundtot gemacht werden. Der Protest war bis in die Türkei zu hören. Unverständlich und nicht akzeptabel war jedoch für den Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland die Spontanaktion von einem kleinen Teil der jugendlichen Demonstrant_innen und die gewalttätige Auseinandersetzung mit anderen Teilnehmer_innen, die für einen friedlichen Protest anwesend waren. Gewalt wurde als Mittel eingesetzt, die keinesfalls mit dem BDAJ vereinbar ist. Denn für Demokratie ein undemokratisches Zeichen setzen – das war fehl am Platz. Wir sollten lernen uns nicht durch die kleinen Unterschiede zu spalten, sondern aus den Gemeinsamkeiten Kraft zu schöpfen.

Schon vor 800 Jahren sagte Pir Hünkar Bektaş Veli „Respektiere alle Kulturen, Religionen und Völker.“ So wird sich der BDAJ auch weiterhin für alle unterdrückten Minderheiten einsetzen, denn im Alevitentum steht jeder Mensch im Mittelpunkt. Deshalb wird sich der BDAJ auch in Zukunft mit allen Menschenrechtler_innen Seite an Seite für Demokratie, Menschenrechte und Frieden kämpfen.

Ein Hoch auf die Solidarität!

Ein Hoch auf die Vielfalt der Völker!

BDAJ-Bundesvorstand 

 Hier die Pressemitteilung als PDF