PM: Abschaffung der Optionspflicht

Kompromiss birgt Gefahr des symbolischen Ausschlusses tausender Menschen

 

Union und SPD haben auf Bundesebene einen Gesetzentwurf zur umstrittenen Optionspflicht vorgelegt. Dieser sieht vor, dass es als Anerkennungsgrundlage genügt, wenn die Kinder bis zum 21. Geburtstag mindestens acht Jahre in Deutschland gelebt oder sechs Jahre hier die Schule besucht haben.

 

doppelte StaatWir begrüßen als alevitische Jugend in Deutschland diesen wichtigen Schritt von Union und SPD, der eine Abschaffung der Optionspflicht für junge Menschen vorsieht“, erklärt Mazlum Dogan, Bundesvorsitzender des BDAJ. „Nichtsdestoweniger halten wir die Regelung nicht für weitreichend genug. Mitbürger_innen, die immer noch von der Optionspflicht betroffen sind, werden entsprechend gezwungen einen ihrer Pässe aufzugeben. Sofern sie sich nicht für den deutschen Pass entscheiden, werden sie ausgebürgert. Das darf nicht sein, denn hinter der potenziellen Ausbürgerung von tausenden Menschen steht ein noch viel gravierenderer symbolischer Ausschluss. Das muss uns allen bewusst sein. Das Ziel der Politik muss die vollständige Abschaffung der Optionspflicht sein.“

 

Der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. vertritt bundesweit 33.000 türkeistämmige Jugendliche. Eltern zahlreicher Verbandsmitglieder des BDAJ werden nicht von der Abschaffung der Optionspflicht profitieren können.

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